Die Teigmulde

Welch schwere Arbeit war das früher für die Bäcker, die Teige alle mit der Hand zu kneten. So wurden doch als Ofenfüllungen von Brot Teige bis zu 100 kg und mehr in der Mulde durchgewalkt und das in der bekannten und berüchtigten Backstubenhitze. Wer heute nur einen Teig von 2 kg Mehl in der Schüssel intensiv knetet, kann hierbei schon Schweißausbrüche erleben.

So war es nicht verwunderlich, daß, wie die Überlieferung berichtet, die Bäcker einstmals in Rom vorwiegend Sklaven aus den germanischen Stämmen rekrutierten. Diese wurden wegen ihrer ungeheuren Kraft geschätzt und für ihre hervorragende Backkunst bewundert.

 

Ebenso berüchtigt waren sie wegen ihrer Trunksucht, verständlich, wenn man bedenkt, unter welchen Umständen damals diese Menschen in der Hitze arbeiteten.

Die ersten Teigmulden wurden aus ausgehöhlten Baumstämmen hergestellt. In Bauernhäusern sieht man noch oft diese Art, später wurden sie aus Brettern zusammengefügt.

Die abgebildete Mulde ist ein Exemplar, wie sie in kleineren Bäckereien verwendet wurde. Die normale Mulde war 1,5 m bis 2 m lang und wurde mit einer geteilten Holzplatte abgedeckt, die zugleich als Teigtisch diente.

Die Mulden in den heutigen Bäckereien dienen fast nur noch als Tische, zugleich als Notbehelf zum Teigmachen bei Stromausfällen. Sie wurden durch die vielseitigen Teigmaschinen abgelöst.