Die Sackausstaubmaschine
Leibgabe meines Lehrbetriebes Gottfried Müller, Emmendingen

Diese solide Maschine mit Handbetrieb ist eines der wenigen Exemplare, die überhaupt noch vorhanden sind. Sie wird heute in Bäckereien nicht mehr gebraucht.

Bis nach dem Krieg wurde in Deutschland das Mehl in Jutesäcken in Doppelzentner-Einheiten abgefüllt und in die Bäckereien, Brot- oder Teigwarenfabriken geliefert. Wie schwer und mühsam das für die Bäcker, Müller und ihre Sackträger war, kann man sich kaum mehr vorstellen.

Nach dem Entleeren der Säcke enthielten sie noch sehr viel Mehlstaub, der durch das Schütteln mit der Hand nicht völlig entleert wurde. Zur intensiven Reinigung und um vor dem Befall von Mehlmotten, Käfern, aber auch Ratten und Mäusen zu schützen, bediente man sich dieser Sackausstaubmaschine.

In ihr wurde durch kräftige Klöpfelschläge das restliche Mehl herausgeschlagen. Dieses Sackmehl wurde unten in einer Schublade gesammelt und als Schweinefutter verwendet.

In Mühlen wurde allgemein eine große vollautomatische Sackausstaubmaschine verwendet. Heute braucht man solche Maschinen in der Lebensmittelbranche nicht mehr. Alles Mehl wird nur noch in hygienisch einwandfreien Papiersäcken oder gar in Containern gehandelt und ausgeliefert.

Für mich ist diese Maschine deshalb in Erinnerung, weil oft bei erhofftem Feierabend noch die Säcke der vergangenen Woche ausgestaubt werden mußten.

In gleichmäßigen Abständen kam immer ein Sackhändler, der die leeren Säcke zum Weiterverkauf an Mühlen abkaufte. Er mußte die Säcke natürlich prüfen und besonders reinigen, zum Teil mußte er auch Flicken aufsetzen.

Diese hier im Bild gezeigte Sackausstaubmaschine hat den Deckel aufgeklappt, und die Vorderwand ist zur Besichtigung herausgenommen.